6 Monate Surface Pro 3. Ein Zwischenstand. Das Surface wird erwachsen und mutiert zum neuen Business-Utility, weil iPad mit Tastatur kann doch jeder. Nur kann man mit einem Tablet nicht alle Freiheiten eines Standard-Computers auch mobil ausleben. Mit dem Surface Pro möchte Microsoft diese Problematik lösen und versucht die Verschmelzung von Tablet + Ultrabook + Digitizer. Wir ziehen Resümee und haben auch schon eine kleine Wunschliste an das nächste Surface Pro-Update.

Hardware

Die Verarbeitung ist auf einem sehr hohen Niveau und es entsteht keineswegs ein billiger Eindruck. Der Materialmix ist sehr gut und hält auch besser als normaler Kunststoff. Die Oberfläche ist sehr griffig und das Surface rutscht nie aus der Hand. Bisher hat nur der Stift etwas gelitten und hat eine leichte Krümmung der Spitze, dies dürfte aber durch einen kleinen Unfall passiert sein, erklären kann ich es mir nicht. Er funktioniert bis auf ein paar Verbindungsaussetzer exzellent und sehr genau.
Das TypeCover erfüllt seinen Zweck perfekt und bis auf kaum sichtbare Abnützungserscheinungen funktioniert es einfach. Selbst längere Texte sind kein Problem und das Touchpad ist mittlerweile auch nutzbar im Vergleich zu früheren Versionen.
Der Bildschirm ist kurzum gesagt ein wahrer Traum, PDF-Dokumente, Websiten, alles wirkt einfach dermaßen scharf und doch wieder in Relation gesetzt klein und man fühlt sich eher einer Workstation vorgesetzt als einem Tablet, wo auch das Surfen manchmal zur Qual werden kann.
Leider konnte mich der nun fast vollständig arretierbare Kickstand nicht vollständig überzeugen, klar, gegenüber vorigen Generationen kann man nun wirklich fast überall arbeiten, aber mit der Zeit und damit meine ich 6 Monate gibt das Material auch bei sorgsamer Umgangsweise doch etwas nach und vermittelt nicht den sonst hohen Verarbeitungsstandard.

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Windows 8.1 Startmenü

 

Software

Das installierte Windows 8.1 läuft und läuft und läuft, möchte man einen berühmten Werbeslogan zitieren. Abstürze waren bisher nur wegen fehlerhafter Treiber vorhanden und ansonsten bin ich einfach nur begeistert wie verdammt schnell das Ding startet und allgemein einfach agil und performant ist. Hut ab!
Auch nicht zu verachten die Win8 App “Surface Hub”: Hier kann man einfach und schnell die Sensitivität vom Surface Pen verändern als auch den Windows-Button deaktivieren. Diese Einstellung hilft vor allem beim Zeichnen am Surface und verhindert so ein Umschalten auf das Startmenü.

Treiber

Anfänglich war es noch von einigen Kinderkrankheiten geplagt, vor allem wegen der WLAN-Verbindungsabbrüche hat es am Anfang wirklich noch genervt, mittlerweile ist alles vergeben und vergessen. Das Surface Pro 3 ist jetzt in den 100% Funktionsstand gekommen und funktioniert einfach. Anfang Jänner ist wieder ein größeres Firmwareupdate gekommen und man kann jetzt leicht in der Surface Hub App den Windows Button de/aktivieren.
Auch bezüglich des “Instant Go” Modus hat sich einiges getan. Waren es am Anfang noch einige Battery-Drains schon nach wenigen Stunden bemerkbar, hat sich das System nun auf rund 3-5% über einen Tag eingependelt. Das ist meiner Meinung nach vollkommen vertretbar, da ich nach gefühlten 5 Sekunden mein Arbeitsumfeld wieder vorfinde, ohne irgendetwas schließen zu müssen. Das Smartphone-Prinzip hat den Computer erreicht: Sleep-Button drücken, nach gewisser Zeitspanne wieder drücken und weiterarbeiten. Schöne neue Computer-Welt.

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Die Surface Hub App

Der InstantGo-Modus aktualisiert im Schlafzustand des Computers alle Apps und hält die Verbindung aufrecht (zb für Emails).

Daily Use

Kurz gesagt gibt es für die Uni kein besseres oder vergleichbares Gerät. Die geniale Kombination aus Stift bzw Tastatureingabe ist einfach nur eines: praktisch. Vorlesungsfolien müssen endlich nicht mehr ausgedruckt werden sondern werden einfach per Drawboard PDF markeiert (App-Tipp!). Auch das Gewicht spielt natürlich eine große Rolle bei einem Daily-Use Laptop. War es vorher der (nicht weniger schwere) Lenovo-Laptop, hab ich jetzt mein mobiles Powerhouse in Form eines etwas dickeren Tablets. Auch die Akkulaufzeit ist beeindruckend, ich sehe hier aber eher Ultrabooks als Konkurrrenz als ausgewachsene Laptops wie das Macbook Air oder normale Tablets. Das Surface trifft hier exakt und elegant in die Mitte und erschafft eine neue Kategorie, spätestens mit der dritten Iteration der Surface Pro Linie.

 

Unsere kleine Wunschliste an die nächste Generation:

Kickstand

Das Gelenk des Kickstand leiert sich nach einiger Zeit etwas aus und der sonst sehr gute Eindruck auf die Hardware wird etwas abgeschwächt. Hier müssen die Designer einen Weg finden um diesen Prozess Einhalt zu gebieten und den Kickstand langlebiger machen.

Typecover

Das Typecover ist unverzichtbar beim Einsatz des Surface Pro. Deshalb wirkt es sehr komisch, dass es nicht im Bundle oder gleich zusammen in einer Packung verkauft wird. Andererseits könnten manche Menschen das TypeCover wirklich nicht brauchen und sind so zu einem höheren Preis verdammt. Die beste Lösung wäre es wohl Bundleangebote einzurichten.

Surface Dock

Auch hier ist alleinig der Preis zu bemängeln. 180€ für einen simplen Port-Replicator ist doch ein recht heftiger Preis, selbst günstigste Lenovo-Docks kosten meistens nur die Hälfte. Jedoch möchte ich aber auch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, eher den Ball zu Microsoft zu spielen, dass hier nochmalig über den Preis geredet wird. Meine Empfehlung wären hier maximal 100€.

Wärmeentwicklung

Das aktuelle Surface wird bei anspruchsvollen Aufgaben recht schnell heiß, zb kann man das Surface nicht mehr in der Hand halten, wenn man ein Video im Vollbild-Modus ansieht. Laufen die Aufgaben länger, so setzt sich auch der Lüfter entsprechend zur Arbeit und macht aus dem sonst ruhigen Arbeitsgerät einen Mini-Staubsauger. Dies sollte sich mit Einsatz der nächsten CPU-Generation bessern, denn diese haben eine geringere TDP (Thermal Design Power) und geben somit weniger Wärme ab.