Ihr habt einen neuen Laptop bekommen oder euch selbst gegönnt? Ihr habt schon länger einen Computer, euch aber noch nie die Zeit genommen, ihn ordentlich einzurichten? Dieser Artikel ist für euch. Eine Mischung aus Tipps und Tricks, um den Laptop für die Uni vorzubereiten. Die besten Programme, bessere Einstellungen und ein paar Hinweise, um die Nutzung selbst angenehmer zu gestalten.

Betriebssystem aktualisieren

Es gibt viele Gründe das Betriebssystem zu aktualisieren. Neben Fehlerbeseitigungen, Schließen von Sicherheitslücken zählen neue Features zu den wichtigsten. Neugeräte werden selten mit der neusten Version ausgeliefert, weil zwischen dem Setup in der Fabrik und dem Kauf durch den Endkunden einiges an Zeit vergeht und weil die Hersteller ihren Prozess nicht für jede Aktualisierung umstellen. Daher sollte einer der ersten Wege in die Updateeinstellungen führen.

Unter Windows 8 könnt ihr Updates entweder im Desktop über die Systemsteuerung starten
Windows Update

oder in Metro über das Charmsmenü ganz unten PC-Einstellungen -> Update installieren.
Metro Update

Das Update von Windows 8.0 auf 8.1 ist eine Ausnahme.
Microsoft behandelt 8.1 wie ein großes Update und ihr bekommt es über den Windows Store. Möglicherweise verwirrend, wenn ihr einen neuen Laptop habt, alle Updates installiert und dennoch steht da weiterhin Windows 8.0.

Neu aufsetzen?

Je nachdem wie viel überflüssige Software auf dem Laptop ist, kann es Sinn machen, ihn komplett neu aufzusetzen. Dies gestaltet sich unter Umständen, aber etwas umständlicher. Den Computer neu aufsetzen, kann auch Sinn machen, wenn ihr noch auf einer früheren Windows Version (XP, Vista, 7) seid oder bisher recht wahllos Software installiert habt und der Computer teilweise eigenartig funktioniert.

Über Microsoft Dreamspark können sich die meisten Studierenden (hängt von eurer Hochschule ab) kostenlose Windows 7, 8 oder 8.1 holen. Das ist besonders interessant, wenn beim Laptop keine eigene Windows Version dabei war, sondern über die Wiederherstellung die Hersteller-Bloatware erneut installiert wird.

Bloatware entfernen

Unter Bloatware versteht man Programme, die vom Hersteller auf dem Gerät vorinstalliert wurden. Beliebt sind Testversionen von diversen Programmen, Antivirus Programme mit einer begrenzten Laufzeit, Spiele und Utilities wie DVD Erstellungsprogramme. An der Grenze zum nützlichen findet man oft Update-Programme des Herstellers, die sich automatisch um Treiber und ähnliches kümmern. Früher habe ich immer empfohlen eine saubere Windows Version ohne jeglicher Bloatrware zu installieren und Treiber manuell zu installieren, da der Computer dadurch meist schneller und stabiler läuft. Nach einer unschönen Erfahrung mit dem Sony Vaio Fit multi-flip (WLAN Treiber direkt von Intel funktionierte nicht) bin ich da etwas vorsichtiger.

Spiele und ähnliches belasten in den meisten Fällen lediglich die Festplatte und können recht einfach über die Systemsteuerung entfernt werden, wenn man will.

Schlimmer sind Utilities, die im Hintergrund laufen und ständig an der Leistung und damit auch am Akku knabbern. Am schlimmsten sind die Antiviren-Programme. Während sich Utilities meist noch gut entfernen lassen, müssen bei Antivieren Programmen teilweise eigene Programme ran, um sie zu entfernen. Für Norton Produkte gibt es das Norton Removal Tool und gegen McAfee hilft MCPR.

Und zur Unterhaltung zeigt euch John McAfee selbst, wie man das Programm entfernt:
Intel, welcher das Programm McAfee schon länger gehört, möchte sich vom Namen endgültig trennen und die Person McAfee findet das super. In Zukunft muss man möglicherweise Intel Security entfernen.

Für normale Programme kann man neben der Systemsteuerung auch Revo Uninstaller nutzen.

Antivirus und Firewall konfigurieren

Windows 8 kommt mit beidem bereits integriert und Windows meldet sich in der Regel, wenn es nicht aktiviert sein sollte und kein Drittanbietertool gefunden wurde. Für Windows 7 ist Microsoft Security Essentials eine gute Wahl.

Wartungscenter

Weitere Alternativen sind Avast, AVG oder Avira. Wichtig ist, dass das Antivirenprogramm euren Computer nicht ständig bremst.

Edit: An vielen Universitäten können Studierende kostenlos Sophos Antivirus nutzen. In unterschiedlichen Bereichen schneidet es teilweise besser und teilweise schlechter als andere Tools ab.
Edit: An der Uni Salzburg gibt es statt Sophos Kaspersky.

Treiber aktualisieren

Bei den meisten Laptops könnt ihr einfach auf die jeweilige Herstellerwebsite gehen und im Downloadbereich schauen, ob es Updates für euer Gerät gibt. Beim Vaio Fit multi-flip löst das BIOS Update etwa das Lüfter- und Touchscreenproblem.

Wenn durch ein Treiberupdate einmal etwas nicht mehr oder schlechter funktioniert könnt ihr über die Windows Systemsteuerung wieder zum jeweils letzten funktionierenden Treiber wechseln.

Nützliche Software installieren

Es gibt zahlreiche Programme, die den Computeralltag erleichtern und verbessern. Mit Ninite könnt ihr den Großteil, den man braucht mit einem einzigen Installer herunterladen und installieren. Dazu geht ihr auf die Website, wählt aus, welche Programme ihr wollte und der Installer lädt dann jeweils die aktuellste Version direkt vom Hersteller und installiert sie ohne zusätzlichen Klicken und Adware/Browserbars. Ninite erkennt automatisch, was bereits installiert ist und kann auch genutzt werden, um alle ausgewählten Programme zugleich zu aktualisieren. Spart viel Zeit und klicken.

Hier meine Minimalauswahl.
Ninite - Install or Update Multiple Apps at Once
Chrome, Opera, Firefox: Ich wechsle gerne hin und her. Für die meisten sollte Chrome oder Firefox reichen.
Steam: Der Quasi-Standard, wenn es um Spiele geht. Einfache Verwaltung und Kauf. Zahlreiche Free2Play Games gibt es auch. Werden wir irgendwann noch einen eigenen Artikel schreiben.
KeePass 2: Passwörter speichern, verwalten und synchronisieren. Wir schauten uns ein Metro-Interface dafür an.
Skype: Chat, Sprach- und Videtelefonie. Muss man 2014 eher nicht mehr erklären.
7-Zip: Dateien in zahlreiche Formate komprimieren und dekomprimieren.
VLC: Jegliche Videodateien, die man sich vorstellen kann, abspielen.
Audacity: Audio aufnehmen und bearbeiten. Etwa, wenn man ein Interview für eine Arbeit führt.
Spotify: Musik legal und kostenlos bis günstig hören. Inzwischen auch auf Windows Phone.
Adobe Reader: Für PDFs. Wobei ich vom Microsoft Reader in Windows 8 begeistert bin.
Dropbox: Zum Teilen von Dateien.

SkyDrive und Security Essentials sind in Windows 8.1 bereits integriert, ansonsten könnte man die auch noch dazupacken.

Office 365

Office habe ich oben absichtlich nicht hinzugefügt, weil viele Studierende sich Office 365 kostenlos holen können. Die Desktop Version lädt ihr euch dann am besten direkt von Microsoft.

Dreamspark

Über Dreamspark haben viele Zugriff auf weitere Programme von Microsoft. Mehr dazu in den nächsten Tagen.

f.lux

Eines meiner Lieblingstools. Passt die Bildschirmfarbtemperatur (nicht Helligkeit!) an die Tageszeit an, um die Augen zu schonen. Ausführlicher Bericht dazu.

Update Checker

Hier bin ich etwas gespalten, aber wenn ich Geräte von anderen Personen warte, nutze ich gerne den Filehippo.com Update Checker, um Updates für Programme, die nicht bei Ninite sind, zu finden.

Ihr habt weitere Tools, die ihr als absolutes Muss seht? Ab in die Kommentare damit.

Uni WLAN konfigurieren

Ich liebe eduroam. Es ermöglicht euch an eurer eigenen Uni und an fast allen anderen in Europa das WLAN zu nutzen ohne irgendetwas am Zugang zu ändern. Allerdings müsst ihr dafür unter Umständen ein Zertifikat installieren und das solltet ihr am besten zuhause machen, wo ihr Zugriff aufs Internet habt, damit ihr nicht in der Uni steht und nicht online kommt, um das Zertifikat zu laden, weil ihr das Zertifikat nicht habt.

Genau Informationen findet ihr auf der Seite des Informatikdienstes eurer Universität.

Uni VPN einrichten

Immer wieder sitze ich in Gruppenarbeiten und die anderen Teilnehmer_innen sagen mir, dass sie zuhause nicht recherchieren können, weil man ja nur im Uni-Netzwerk Zugriff auf die ganzen wissenschaftlichen Datenbanken und Kataloge hat. Unsinn!

Durch eine VPN-Verbindung baut ihr einen sicheren Tunnel von wo auch immer ihr seid zum Uni-Netzwerk auf und habt somit Zugriff auf alle Ressourcen, die sonst nur direkt in der Uni abrufbar sind. Auch hier muss ich auf euren Informatikdienst verweisen, da unterschiedliche Methoden zum Einsatz kommen. Vielleicht erstellen wir in Zukunft noch einen allgemeinen Guide. Bei manchen Unis wird aber auch nur ein einfacher Web-Proxy angeboten (mit Uni-Account Anmeldung) um auf die verschiedenen Datenbanken zu kommen.

Mailaccounts konfigurieren

Ich nutze im Alltag nur noch Webmail, aber falls ihr einen lokalen Mailclient bevorzugt, solltet ihr den auch gleich einrichten. Man könnte sich auch eine Weiterleitung an die private Email-Adresse einrichten um sich nicht immer in das (meist miserable) Webmail der Uni einloggen zu müssen.

Autostart bereinigen

Da wir zahlreiche neue Programme installiert haben, kann es sein, dass einige sich selbständig in den Autostart geschrieben haben und somit jeden Startvorgang verzögern, weil sie mitgestartet werden. Ihr findet die Autostart-Liste im Task-Manager und könnt Einträge über Rechtsklick deaktivieren. Programme, die ihr fast immer braucht, solltet ihr aktiviert lassen, weil sich dadurch die Startzeiten des Programms selbst verbessern können.

Autostart

System testen

Auschalten, Einschalten, Programme öffnen. Irgendwas komisch? Nein, dann reicht das auch schon.

Falls ihr etwas weiter gehen wollt, könnt ihr diverse Test- und Benchmarking-Tools laufen lassen, um zu sehen wie gut das System ist. Aber Achtung, das sind synthetische Benchmarks und können von der Alltagsnutzung stark abweichen.

CPU Takt und Temperatur auslesen

Laptops haben oft das Problem, dass ihre CPUs eigentlich mehr Leistung liefern könnten, aber weil die Kühlung nicht hinterherkommt, die CPU gedrosselt wird. Mit Tools wie RealTemp könnt ihr zugleich den Prozessortakt und die Temperatur in den jeweiligen Kernen auslesen. Allgemeiner Daumenrichtwert: Ihr wollt nie über 80°C kommen, viele Laptops drosseln bereits bei 50°C. Mit etwas beobachten werdet ihr selbst sehen, wo euer Gerät bremst. Wenn ihr euren Computer richtig ins Schwitzen bringen wollt, lasst Prime95 small fft laufen.

Benchmarks

Für die meisten Laptops weniger relevant, aber wenn ihr dennoch wissen wollt, wie es um CPU und vorallem Grafikleistung steht könnt ihr euch Catzilla, 3D Mark 11 oder Cinebench ansehen.

In meinen Augen ziemlich wichtig, wenn man keine SSD hat: Festplattengeschwindigkeit. Lässt sich mit CrystalDiskMark testen.

Backup erstellen und zukünftige planen

Ein Backup vor Ort, und eines an einem physisch anderem Ort wird oft als Minimum angesehen. Backup vor Ort lässt sich gut mit Windows Boardmittlen erstellen (Systemsteuerung -> System und Sicherheit -> Dateiversionsverlauf) und dann auf eine externe Festplatte. Solltet ihr daheim einen Netzwerkspeicher haben, könnte dieser Artikel von uns interessant sein, es funktioniert aber mit externen Festplatten genauso.

Ich nutze zusätzlich mehrere Cloud-Dienste, um die wichtigsten Dateien besonders redundant zu speichern. Sollten diese sensibel sein, am besten zusätzlich (lokal) mit Truecrypt verschlüsseln.

Eure Empfehlung

Lasst uns in den Kommentaren wissen, was ihr noch macht, um den Computer für die Uni fit zu machen?