Microsoft hat mir freundlicherweise einmal wieder ein Testgerät zur Verfügung gestellt, um die Leistungsfähigkeit der neuen Intel Atom Prozessorgeneration zu demonstrieren.

Beim Auspacken der schlicht gehaltenen Verpackung strömt einem schon einmal der herrliche Geruch von neuer Elektronik entgegen (wer´s mag ;)) und man findet neben dem Tablet, ein Ladegerät (mit 2A Ladestrom) und ein Ladekabel, welches aber leider nur ca. 0,5m lang ist. Auch ein Aktivierungscode für das beiliegende Office 365 Home & Student. Damit will Toshiba wohl den Vorteil der RT-Tablets ausgleichen, da diese ja Office schon vorinstalliert haben.

Einmal eingeschaltet, startet das Tablet recht zügig und man kann nach dem Eintippen des Windows-Accounts und dem Installieren einiger weniger Updates schon loslegen. Dank der mittlerweile ausgereiften Synchronisierung hat man nach kurzer Zeit alle Einstellungen die auch auf den anderen Windows 8.x Devices eingestellt sind auf dem neuen Gerät und spart sich somit die mühevolle Ersteinrichtung.

Hardware
Schauen wir uns nun das Tablet von außen an: Es hat einen Micro-USB Port zum Aufladen, oder um diverse USB-Geräte anzustecken. Dafür benötigt man allerdings einen Adapter, der zwar nicht viel kostet (ca. 2€), aber wenn er dem Tablet beiliegen würde, hätte ich auch nichts dagegen. Der SDXC Reader schluckt bis zu 64 GB große Cards und arbeitet lt. Tests zuverlässig, kann aber die maximale Geschwindigkeit der Karten nicht ausnutzen. Auf der Oberseite befindet sich neben dem Kopfhörer/Mikro Klinkeneingang ein Micro-HDMI Adapter um externe Displays anzustecken. Ich könnte mir gut vorstellen das Gerät als Desktop-Computer zu verwenden, jedenfalls zeitweise, denn wenn man Tastatur und Maus anschließt, ist der Ladeport ja leider belegt.

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Das Encore ist für seine Größe recht schwer und mit 433g wahrlich kein Leichtgewicht. Dafür ist die Rückseite mit geriffeltem Plastik überzogen, welches die Haptik verbessert und es somit nicht so leicht aus der Hand rutschen kann.

Nach kurzem Ausprobieren kommt man schnell zu dem Fazit, dass sowohl Intel als auch Microsoft ihre Hausaufgaben gemacht haben. Im Vergleich zum Envy X2, welches ich im Juni getestet habe, ist das Encore gefühlt zweimal schneller und jedes Programm (das Encore hat wie das Envy die 32-Bit Variante von Windows 8.1 installiert) startet ohne merkliche Verzögerung. Noch schneller geht’s im Kachel-Modus vonstatten und das Gerät stellt somit die optimale Brücke zwischen Touch und Desktop her. Lustigerweise macht es sogar meinem Notebook Konkurrenz.

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Das Display reagiert schnell und präzise und löst mit 1280×800 Pixel auf. Das ist nicht wirklich viel im Vergleich zur Konkurrenz und erklärt auch die massive Akkulaufzeit, aber nüchtern betrachtet benötigt man nicht wirklich mehr auf solch einem kleinen Gerät. Was noch positiv auffällt, ist der weite Betrachtungswinkel und die gut abgestimmten Farben. Die maximale Helligkeit ist im Vergleich zur Konkurrenz nicht auf demselben Level und würde die Bewertung mittelmäßig bekommen.

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Die vorinstallierte Software beschränkt sich auf einen McAffee Scanner, den man aber mit Windows-Bordmitteln einfach entfernen kann und dem obligatorischen eBay-Link auf dem Desktop (wer hat den eigentlich erfunden?). Zusätzlich ist noch ein Toshiba-Support Programm installiert mit dem man das Tablet aktuell halten kann, was aber Windows-Update genauso gut erledigt. Außerdem kann man sich Informationen über Garantie/Support etc. einholen.

Die eingebauten Lautsprecher entsprechen ihrem Namen, sie können Gesprochenes recht laut wiedergeben, mehr können sie aber nicht. Bässe fehlen völlig und auf maximaler Lautstärke klingt Gesungenes eher wie Gekreische, hier gibt es eindeutig Nachholbedarf.

Nach längerer Benutzung makelt es eigentlich nur an der Windows-Desktop Oberfläche, da die kleinen Elemente eben nur präzise mit der Maus bedient werden können. Hier wäre eben der von Toshiba empfohlene Stylus ratsam, aber meiner Meinung nach sollte ein Touch-Gerät ja ohne Stylus auskommen, für was kauft man denn dann ein Touch-Gerät?

Ein Beispiel dazu: Da Spotify in der Desktop-Version verfügbar ist, hab ich es mir natürlich installiert. Leider kann man im dem Programm nur scrollen wenn man die ziemlich schmale Scroll-Leiste trifft und selbst dann geht es nur mit Glück, man verschiebt eher die Playlists als das man scrollt. Abhilfe für dieses spezielle Problem ist nur der Web-Player, welcher aber trotzdem nicht das Gelbe vom Ei ist. Die Office-Programme sind aber lustigerweise wie der Internet Explorer schon ziemlich gut auf Touch ausgelegt und man kann mit ihnen arbeiten, aber im Gegensatz zu meinem geliebten Google Chrome kann man nicht einmal zoomen.

Fazit
Insgesamt gesehen weiß man nicht richtig, was man von diesem Gerät halten sollte. Einerseits könnte man mit ihm locker ein paar Office-Stunden mit Monitor und Tastatur arbeiten, andererseits ist er für das Surfen auf der Couch viel zu stark und nicht gut angepasst (außer man bleibt in der NewUI/Metro Oberfläche). Die Akkuleistung ist trotz alledem phänomenal, trägt aber auch sicher zum gewaltigen Gewicht bei. Das Display ist mittelmäßig bis gut, die recht schwache Helligkeit ist hier aber wahrscheinlich wegen der Akkulaufzeit gedrosselt. Ich könnte mir das Gerät ehestens als leistungsfähigen Zugbegleiter vorstellen, mit dem man locker mehrere Stunden Filme schauen kann und auch noch mit Office arbeiten kann. Bei Interesse kann man das Gerät um 285€ im edustore erwerben.

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