Bei der App-Entwicklung ist die visuelle Gestaltung der Benutzeroberfläche mindestens genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger als die Funktionen selbst. Dabei gilt aber, dass es nicht EIN richtiges User Interface oder EINE richtige Methode gibt, um gute, visuell ansprechende und benutzbare Oberflächen zu gestalten. Vielmehr muss ein Programm für  bestimmte Ziele, eine bestimmte Zielgruppe und einen bestimmten Nutzungskontext entworfen werden. Diese drei Anforderungen ändern sich wiederum von Produkt zu Produkt, Kunde zu Kunde und Nutzer zu Nutzer.

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Was man jedoch immer beachten sollte, sind die Plattform-Richtlinien und Design Guidelines der Betriebssystem-Umgebung. Diese geben Richtwerte und Designelemente vor, mit denen eine intuitive, leicht erlernbare und konsistente Bedienung des Programms erreicht werden kann. Die dort vorgeschlagenen Richtlinien gehen von einfachen Vorgaben der Schrift und Schriftgröße oder dem Abstand zwischen zwei  benachbarten Elementen bis hin zu “wie navigiert der Benutzer durch die Programme” oder “wie verhält sich das Programm, wenn eine Benutzereingabe fehlerhaft war” . Es gibt aber auch allgemeine Empfehlungen zur Benutzerinteraktion, die man nicht außer Acht lassen sollte. So schreibt Apple zum Beispiel:

“Encourage people to explore your app by building in forgiveness—that is, making most actions easily reversible. People need to feel that they can try things without damaging the system or jeopardizing their data. [..] Create safety nets so that users feel comfortable learning how to use your app. For example, support Undo as much as possible”

Solche Überlegungen sind wichtige Ratschläge, die man bei der Entwicklung schnell vergisst, auch wenn sie auf den ersten Blick sehr logisch klingen. Plattform-Design-Guidelines werden fast immer von großen Design-Teams mit viel Erfahrung entworfen. Erfahrung, durch die man selbst sehr viel lernen kann und die Beweggründe hinter Design-Entscheidungen besser versteht.

Als Programmierer bekommt man so eine relativ gute Basis zum Einstieg in die UI Entwicklung. Zwar fehlen einem dann noch immer viele Erfahrungswerte und Wissen. Durch die Einhaltung von Guidelines setzt man aber zumindest den Grundstein, dass sich eine App nicht wie ein Fremdkörper auf einem System anfühlt. Gerade bei umfangreichen Änderungen der Design Language, wie dies bei Windows 8 und Windows Phone 8 der Fall ist, muss man meistens alle vorhandenen Design Konzepte komplett überarbeiten damit sich die App nativ anfühlt. Bei Windows 8 und den “Metro”- ist dieser Schritt nicht immer einfach, deswegen gibt es von Microsoft viele Tutorials und Guides zur Gestaltung der User Experience. Unter anderem ein ganzer Pool von Design Guides, Inspirationen und Case Studies. Eines meiner Lieblings-Tutorials ist die Umwandlung einer iPad- in eine Windows 8 Tablet-App. Hier wird genau erklärt, wie man bestehende User Interfaces in die Windows 8-Welt übersetzt, wo man komplett umdenken muss und welche Stellen besondere Beachtung brauchen.

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Aber nicht nur von Microsoft selbst gibt es wertvolle Ressourcen zur Interface-Entwicklung. Von Ratio Interactive, der laut eigenen Angaben führenden Windows 8 App-Agentur, gibt es beispielsweise das Windows 8 Design Handbook. Dieses fasst alle wichtigen Windows 8 Design-Elemente in wenigen Seiten zusammen und gibt immer Beispiele zu Best Practices und häufigen Fehlern. Wer glaubt, dass die Gestaltung eines Live Tiles ganz einfach ist, der irrt sich. Blättert man durch die Seiten erfährt man ganz schnell, dass es dabei um mehr geht, als ein paar Zielen Text auf einer rechteckigen Fläche zu platzieren. Es wird aber nicht nur die graphische Gestaltung von Interfaces behandelt, sondern auch das Verhalten bzw. die Interaktion mit diesem. Außerdem gibt es reichlich Tipps, wie man die Plattform-Guidelines von Microsoft einhält und trotzdem die Guidelines richtig auf die eigene plattformunabhängige Design Language überträgt.

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Ich kann dieses Design Handbook nicht nur jedem Entwickler ans Herz legen, sondern generell allen Design-Interessierten. Es hilft immer, wenn man mal einen Blick über den eigenen Tellerrand macht und einen Blick auf die Konzepte und Überlegungen von anderen wirft. Vor allem, wenn sie so gut zusammengefasst sind wie hier. Zum Schluss habe ich noch eine Liste an empfehlenswerten Seiten, die man zumindest einmal gesehen haben sollte.

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