
Mit dem Surface hat Microsoft letztes Jahr zum ersten Mal einen Fuß ins PC Hardware-Business gesetzt und führte dabei gleich eine neue Kategorie von Gerät ein: Das Surface lässt sich nicht einfach in eine Schublade stecken. Es will weder reines Tablet noch ein Laptop sein, sondern irgendwas dazwischen. Microsoft hat gleichzeitig mit dem Surface bewiesen, dass sie ein schönes und ästhetisches Stück Hardware designen können. Trotzdem musste man aufgrund der Windows RT-Beschränkung viel Kritik einstecken. Das Surface Pro soll dieses Manko nun beseitigen und wurde mit einem Intel-Prozessor ausgestattet. Dadurch läuft ein vollwertiges Windows 8-Betriebssystem auf dem Gerät, wodurch man nicht mehr nur auf Modern UI- beschränkt ist. Doch dieser Schritt bringt auch einige Nachteile mit sich. Wie das Surface Pro im Alltags-Test abschneidet, könnt ihr nachfolgend lesen.

Hardware
Das Surface Pro wurde mit einem 1.7 GHz Intel Core i5 Prozessor ausgestattet und kommt mit 4 GB RAM und einem integrierten Intel HD Graphics 4000 Grafikchip. Bei der Speicherkapazität kann man zwischen 64 GB und 128 GB wählen. Man sollte aber auf alle Fälle zur größeren Variante greifen. Bei der 64 GB-Variante stehen wegen dem Betriebssystem und der Recovery-Partition nur 29 GB zur freien Verfügung. Die größere Variante hat immerhin 89 GB freien Speicher. Wie heute üblich findet man auch einen Bewegungssensor, Gyroskop, WiFi und Bluetooth an Board. Leider gibt es keine Option für eine integrierte 3G/4G-Verbindung.
Vom grundlegenden Design her hat sich seit dem Surface RT nichts geändert. Das VaporMG-Gehäuse fühlt sich fantastisch an und wirkt dünn und stabil zugleich. Das Design mit den vielen schrägen Ecken ist eine willkommene Abwechslung zu den vielen Geräten am Markt mit abgerundeten Ecken. Leider sieht man hier bereits die ersten Abstriche, die man aufgrund des Intel Prozessors machen muss. Das Surface Pro ist nicht mehr passiv gekühlt wie der “kleine” RT-Bruder, sondern hat seitlich einen durchgehenden Lüftungsschlitz. Durch diesen wird das Innenleben gekühlt. Wer jetzt fürchtet, ständig durch einen lauten Lüfter begleitet zu werden, der soll entwarnt sein. Die Lüfter laufen sehr sehr leise und sind meistens gar nicht oder nur schwach zu hören. Ein weiterer Nachteil der Pro-Variante ist die Dicke: Das Gerät als ganzes ist um einiges dicker und schwerer als die RT-Variante. Statt 9 mm misst der Surface Pro ganze 13 mm in der Dicke.
Das 10.6 Zoll Display wurde kräftig verbessert. Dieses hat nun mit 1920*1080 eine Full-HD-Auflösung spendiert bekommen. Leider ist Windows für solche Auflösungen noch nicht 100% bereit. Während die Metro Modern UI-Oberfläche gestochen scharf angezeigt wird, kommt im Desktop-Modus standardmäßig eine 150%-Vergrößerung zum Einsatz damit die Elemente im Touch-Modus gut erreichbar bleiben. Leider ist dieser Zoomlevel systemweit nicht wirklich konsistent. wie beispielsweise der Chrome-Browser von Google ignorieren die Einstellung und es kommt zu einem schrecklichen Durcheinander mit unterschiedlichen Darstellungen und Größen. Hier hätte man sich bei Microsoft besser auf die aktuellen Entwicklungen vorbereiten sollen. Zum Glück kann man die Vergrößerung rückgängig machen und auf 100% einstellen, wodurch zwar alles kleiner, dafür aber durchgehend konsistent dargestellt wird. Generell ist das Display aber wirklich toll und auf einem sehr hohen Niveau. Farben werden kräftig wiedergegeben und auch die Helligkeit kann überzeugen.
Durch den aufklappbaren Standfuß und dem Type- oder Touch-Cover wird das Surface Pro zu einem Arbeitsgerät transformiert. Während das Touch-Cover dünner ist und ohne mechanische Tasten auskommt, bietet das Type-Cover eine normale Tastatur. Zwar finde ich das Touch-Cover von der Idee her sehr genial, zum richtigen Arbeiten braucht es meiner Meinung aber unbedingt das Type-Cover.
Software
Auf dem Surface Pro befindet sich ein vollwertiges Windows 8-Betriebssystem. Durch den schnellen Intel-Prozessor und genug RAM lässt sich das System sehr gut und schnell bedienen. Modern UI- aus dem Windows Store starten ohne Verzögerung und man kann schnell zwischen den hin und her wechseln. Wartezeiten, wie man sie von den RT-Tablets kennt, sind 1. viel kürzer und kommen 2. viel weniger oft vor.
Alltag
Trotz eines der beiden Covern wird das Surface Pro nie zum richtigen Laptop-Ersatz. Man kann damit nämlich nicht so einfach auf der Couch sitzen oder das Gerät im Sitzen auf seinen Beinen abstellen. Der Standfuß macht dies zu einer sehr wackeligen Angelegenheit. Dafür fühlt sich der Surface RT auf einem Schreibtisch umso wohler. Ich könnte mir gut ein Setup bestehend aus Surface Pro und einem großen Bildschirm sowie Maus und Tastatur vorstellen. Die Rechenpower ist auch für den Desktopeinsatz mehr als ausreichend und wenn man dann doch einmal mobil unterwegs ist, schließt man einfach das Type-Cover an und ist überall einsatzbereit. Gerade im Business-Bereich kann ich mir so ein Szenario sehr gut vorstellen. Wenn man zu einem Meeting muss oder eine Präsentation vorträgt, ist das Surface auch mobil der perfekte begeleiter.
Trotz des kleines Gehäuses und der großen Rechenpower kommt das Surface Pro noch immer auf eine Akkulaufzeit von 4 bis 5 Stunden. Das ist zwar nicht super viel, reicht aber für die meisten Einsatzzwecke aus. Apropos Akkulaufzeit: Schließt man sein Surface an das Ladegerät an, entdeckt man am Stecker einen zusätzlichen USB-Port, mit dem man bequem auch andere Geräte wie ein Smartphone laden kann.
Ein weiteres cooles Feature ist der standardmäßig beiliegende drucksensitive Surface-Stift, der als alternatives Eingabegerät verwendet werden kann. Mit dem App Fresh Paint kann man so seine kreative Seite so richtig ausleben. Aber auch für Notizen und in Power Point-Präsentationen erweist sich der Stift als perfektes Hilfsmittel. Dadurch, dass der Stift schon knapp über dem Gerät erkannt wird, werden übrigens die restlichen Fläche auf dem Surface Display deaktiviert, wodurch man seine Handfläche ruhig auf dem Display ablegen kann. Und nochwas: Stift benötigt keine eigenen Batterien bzw. Stromzufuhr.
Fazit
Alles in allem ist das Surface Pro ein beeindruckendes Gerät. Microsoft hat es geschafft, viel Technik auf wenig Raum unterzubringen. Zwar ist das Surface Pro dicker als die RT-Variante, dafür kann man aber auch normale Windows Programme ausführen und ist nicht nur auf den Windows Store beschränkt. Obwohl das Surface Pro es von der Performance her mit Ultrabooks und Laptops locker aufnehmen kann, ist er nicht zu 100 Prozent als ein Laptop-Ersatz zu empfehlen, weil man ihn ohne festen Untergrund nicht optimal verwenden kann. Zusammen mit einem größeren Bildschirm und einem gelegentlichen mobilen Einsatz stelle ich mir den Surface aber wirklich super vor. Zuhause gekoppelt an einen großen Bildschirm, unterwegs als etwas dickeres Tablet mit Tastatur, das auch komplexere wie Photoshop und die komplette Office Suite unterstützt.
Mehr Fotos zum Surface Pro gibt es hier!












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