Microsoft hat diese Woche eine Preview-Version des neuen Photosynth veröffentlicht und die Ergebnisse sind beeindruckend. Ursprünglich konnte man mit Photosynth “nur” Rundum-Panorama-Fotos erstellen, jetzt hat Microsoft den Spieß umgedreht und statt sich selbst im Kreis zu drehen, um die Umgebung einzufangen, kann man um ein Objekt gehen und dieses in 3D festhalten. Zusätzlich können auch Wände zu einem “Synth” kreiert werden (z.B.:für lange Graffiti-Wände, Museen, etc.) oder ein sogenannter Walk erstellt werden. Der Walk ist wie ein dreidimensionaler Tunnel durch eine Reihe von zusammenhängenden Panoramen. Die ersten Uploads der User sehen vielversprechend aus und rauben einem den Atem.

3D Photosynths erstellen

Nachdem man sich einloggt, kann man die bisher hochgeladenen Synths ansehen, oder selbst eines erstellen. In einem kurz gehaltenen Intro-Video wird erklärt wie man zu den besten Ergebnissen kommt, ungefähr gelten folgende Regelen:

  • Jedes Merkmal muss auf mindestens 3 Fotos sichtbar sein
  • Je mehr Fotos, desto besser (maximal 60 bei Objektumrundung, maximal 200 bei Panorama, Gang und Wand
  • Gleiche Abstände zum Objekt führen zu besseren Ergebnisse.
  • Für alle Fotos die selben Bildeinstellungen nutzen
  • Weitere Tipps im Expert Shooting Guide (PDF)

Mein erster Versuch ist leider etwas in die Hose gegangen, aber ich denke mein zweiter Versuch zeigt schon einmal das Potenzial dieses Dienstes.

Unsere Erfahrung hat auch gezeigt, dass nicht immer alle Fotos angenommen werden und es deshalb zu Fehlversuchen kommt, hier spielt die Erfahrung eine große Rolle. Photosynth zeigt auch an, warum welche Bilder nicht verarbeitet werden. Zugleich muss man bedenken, dass es sich um eine Preview handelt und die finale Version wahrscheinlich noch zahlreiche Verbesserungen mit sich bringen wird.

Für ein perfektes Ergebnis müsste man eine Spiegelreflexkamera auf einem Stativ, das auf einer Schiene rollt um ein Objekt oder durch die Landschaft fahren. Alternativ könnte man versuchen mit einem Faden den idealen Abstand einzuhalten oder indem man die Kamera auf einem Fahrrad hält eine gleichmäßige Höhe hinzubekommen. Erfahrene Fotografen mit einer ruhigen Hand und gleichmäßiger Pose haben es auch einfacher. Aber das sind alles keine Voraussetzungen. Man kann auch mit dem Smartphone fotografieren und selbst herausfinden, was für einen am besten funktioniert.

Um zur Preview eingeladen zu werden, bedarf es nur einer kurzen Registrierung auf  http://photosynth.net/preview. Ungefähr einen Tag später bekommt man die Bestätigungsmail und kann gleich loslegen.

Vorteile von 3D Photosynths

Der große Unterschied zu einer Videofahrt ist die Interaktivität und wie der Synth aufgenommen wird. In einem 3D Synth kann man sich beliebig vor und zurück bewegen und zusätzlich zoomen. Etwa bei einem Wand-Synth mit Beschreibungstafeln kann man jederzeit die Seitwärtsbewegung stoppen und zu einer Tafel zoomen, um sie zu lesen oder auch das jeweilige Objekt genauer betrachten. Während bei einer Videofahrt durchgehend gefilmt werden muss, besteht ein Synth aus Einzelbildern, die von einem Algorithmus zusammengefügt werden. Dadurch ist man wesentlich flexibler bei der Aufnahme und, um noch kurz beim Beispiel Museum zu bleiben, könnte jeweils abwarten bis niemand im Bildbereich steht, wodurch man selbst in einem gut besuchten Museum wunderschöne Wand-Synths erstellen kann.

Das letzte Beispiel ist ein sogenannter “Walk”.