Blogs sind mittlerweile ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Internets. Sie bieten jedem eine persönliche Plattform um sich selbst und seine Inhalte im Internet zu präsentieren. Manche schreiben gerne über die Technologie-Welt, andere über Restaurants, wiederum andere unternehmen eine längere Reise und halten so ihre Mitmenschen am Laufenden. Es gibt Blogs mit superlangen Text-Einträgen, reine Foto-Blogs und Blogs mit kurzen Text-Passagen oder Gedichten. Es gibt quasi nichts, worüber man nicht bloggen kann und genauso vielfältig ist auch die Blogosphäre. Trotzdem ist die Einstiegs-Hürde für einen neuen Blogger irgendwie noch zu groß - zumindest größer als für einen Twitter- oder Facebook-Account. Dieser Post soll genau dem entgegenwirken und die Hürde ein Stückchen senken. Er ist eine kleine Einführung in die Welt von WordPress. Wir haben uns übrigens für WordPress entschieden, weil es nicht nur weltweit das meistgenutzte Blog-System ist, sondern auch ausreichend Flexibilität und Einstellungsmöglichkeiten für dieses Projekt geboten hat. WordPress wird auf über 60 Millionen Websites eingesetzt und jede 6. neue Website verwendet das System als Grundlage. Dementsprechend gibt es im Internet schon genügend Ressourcen, die einem das Leben als WordPress-Blogger leichter machen. Da wir diesen Blog hier komplett selbst eingerichtet haben, soll er auch ein wenig unsere Erfahrung damit widerspiegeln und festhalten.

Vor dem Start muss man sich als allererstes entscheiden, ob man eine WordPress-Installation auf dem eigenen Webspace oder einen “Fix und Fertig”-Blog auf WordPress.com verwenden will. Die Unterschiede zwischen den zwei Varianten sind hier ganz gut aufgelistet.

Hat man sich für Variante 1 entschieden, muss man zuerst das WordPress-Grundsystem installieren. Das geht bei einigen Hostern mit einem einfachen Mausklick, bei anderen gibt es eine detaillierte Anleitung. Man kann das System sogar über den Windows Azure, den Cloud-Dienst von Microsoft, laufen lassen. In den meisten Fällen geht die Installation ganz einfach und leicht. Nach der Installation hat man eine frische WordPress-Umgebung zur Verfügung, die es sogleich einzurichten gilt. Immerhin soll der eigene Blog ja etwas Persönliches werden, eine Plattform, die man gerne benutzt und wo man sich auch selbst gerne aufhält. Man kann es ein bisschen mit der eigenen Wohnung vergleichen, die man ja auch nach dem Einzug nicht einfach leer stehen lässt.

 

1. Design, Layout & Aussehen

Als ersten Schritt muss man sich überlegen, ob man für den Blog ein Design kaufen will oder ein kostenloses Theme bevorzugt. Wer erstmals kein Geld in seinen Blog stecken will, der findet in diversen Theme-Verzeichnissen tausende kostenlose Designs. Hier bitte nicht von dem nicht vorhandenen Preis in die Irre leiten lassen. Auch kostenlose Themes können durchaus sehr hochqualitativ sein. Im Gegenzug muss es nicht heißen, dass ein Bezahl-Theme immer die beste Option ist. Außerdem gilt: Es muss gefallen und zum Blog passen.

Man kann sich auf den Theme-Seiten meistens immer einen Beispielblog mit dem jeweiligen Design ansehen. So bekommt man ein gutes Gefühl, ob das Layout mit seinem Blog harmoniert. Handelt es sich bei einem Blog beispielsweise um einen Rezept- oder Food-Blog, sollte man darauf achten, dass die Bilder gut zur Geltung kommen. Hier kann auch ruhig ein verspielteres Theme mit vielen Design-Elementen zum Einsatz kommen. Dem Blog, der vorwiegend textuelle und lange Inhalte hat, wird ein typographie- bzw. schriftbetontes oder minimales Theme am besten stehen. Man sollte immer darauf achten, unter welchem Thema der Blog später steht und seine Design-Auswahl darauf abstimmen. Und keine Sorge: Falls man nach einigen Wochen drauf kommt, dass man sich doch falsch entschieden hat, kann man immer noch problemlos das Theme wechseln.

Nachfolgend eine Auswahl unterschiedlicher Bezugsquellen für Themes:

Kostenlose Themes:

  • Offizielles WordPress Theme-Verzeichnis: Das sind auch jene Themes, die im WordPress Admin unter Design-> Themes im Reiter “Themes installieren” zur Auswahl stehen. So kommt man übrigens auch am einfachsten zu einem neuen Look. Man kann das gewünschte Theme auf diese Weise nämlich direkt über das Admin-Menü installieren.
  • FabThemes: Hier gibt es zwar keine ganz so große Auswahl wie bei WordPress, die Themes sind aber sehr schick. Qualität vor Quanität könnte man auch dazu sagen.
  • Google: Manchmal hilft eine einfache Google-Suche weiter. Ob man es glaubt oder nicht, aber es gibt unzählige Posts auf anderen Blogs über Themes, die gerade “in” sind oder die man unbedingt mal gesehen haben sollte. Passende Suchbegriffe dafür sind zum Beispiel: “WordPress free themes 2013″. Durch die Jahreszahl geht man sicher, dass man auch wirklich jene Themes bekommt, die am neuesten Stand sind.

Kostenpflichtige Themes:

Scrollt man ein wenig durch die Seiten sieht man schnell, dass die Auswahl fast unendlich ist. Einen Trend, den man mit einem neuen Theme nicht verpassen sollte ist “Responsive Webdesign“. Das heißt, dass sich der Blog an die Bildschirmgröße und das Gerät anpasst. Ein Besucher mit einem Smartphone bekommt dabei ein anderes Layout zu Gesicht, als wenn er mit dem Notebook oder Tablet die Seite besucht. So kann man immer sichergehen, dass die Leser ein optimales Blog-Erlebnis bekommen. Zum Glück springen immer mehr Theme-Entwickler auf diesen Zug auf, sodass (vor allem bei Bezahl-Themes) ein Großteil schon responsive ist. Anderenfalls kann man sich mit dem JetPack-Plugin von WordPress aushelfen. Dazu aber gleich mehr.

 

2. Plugins

Hat man sich erstmal ums Aussehen des eigenen Blogs gekümmert, geht es jetzt noch um ein paar Plugins, die bei keinem WordPress-Blog fehlen sollten. Plugins sind Erweiterungen von WordPress, die - manchmal komplett im Hintergrund, manchmal aber auch sichtbar an der Oberfläche - allerlei Funktionen und Optimierungen bieten. Installiert werden sie über den Menüpunkt “Plugins” in der Seitenleiste des Admin-Menüs. Dort hat man wie schon bei den Themes Zugriff auf das komplette WordPress Plugin-Verzeichnis. Im Grunde gibt es hier hier alles was man braucht.

Die nachfolgenden Plugins sind Empfehlungen, die sich bereits bei vielen meiner/unserer Blogs als gut und brauchbar erwiesen haben:

  •  Jetpack by WordPress.com: Jetpack ist eines der Plugins, das ich jedem unbedingt ans Herz lege. Es erweitert die Funktionen von einem selbstgehosteten WordPress um ein paar Extras von WordPress.com. Dazu gehört zum Beispiel ein für viele Blogger ausreichender Statistik-Bereich, ein verbessertes Kommentar-Feld und ein Tool um sich Kontaktformulare selbst zusammenzuklicken. Wenn man ein Theme benutzt, das noch nicht Smartphone/Mobile-Ready ist, kann man außerdem ein integriertes Mobile-Theme über Jetpack aktivieren. Alle Features von Jetpack lassen sich übrigens getrennt aktivieren - so lassen sich ungewünschte Funktionen einfach abschalten.
  • Google Analytics: Wer über Jetpack hinaus noch genauere Zugriffsstatistiken haben möchte, installiert sich am besten das Google Analytics-Plugin. Davon gibt es einige im WordPress-Verzeichnis, die allesamt einen ähnlichen Funktionsumfang haben. Zusätzlich zum Plugin braucht man noch einen Google-Account und muss die Tracking-ID (zB. UA-0000000-0) in den Plugin-Einstellungen eingeben.
  • WordPress SEO by Yoast: Dieses Plugin hilft dabei, dass man besser in diversen Suchmaschinen wie Google oder Bing gefunden wird und in weiterer Folge mehr Besucher auf den Blog locken kann. Man sollte sich auf keinen Fall von dem Umfang des Plugins einschüchtern lassen, die Einstellung wirken auf den ersten Blick sehr chaotisch und unübersichtlich. Zum Glück gibt es bei der ersten Benutzung einen ganz brauchbaren Assistenten, der durch die Einstellungen führt. Ganz wichtig: Im Untermenü “Social” sollte der Punkt “Add OpenGraph meta data” unbedingt aktiviert sein. Dadurch werden nämlich geteilte Posts auf Facebook mit zusätzlichen Meta-Daten ausgestattet und man bekommt eine schöne Beitrags-Vorschau.
  • UpdraftPlus Backup: Gerade wenn man den Blog selbst auf dem eigenen Webspace verwaltet, sollte man regelmäßig (und vor allem vor Versions-Updates!) ein Backup der Datenbank und der Daten machen. UpdraftPlus greift einem bei dieser Aufgabe unter die Arme und erledigt eigentlich fast alles von alleine. Nach erfolgreichem Ausführen des Backups kann die Datei automatisch auf einen Google Drive-oder Dropbox-Account hochgeladen werden.
  • Async Social Sharing (oder Sharing-Buttons von Jetpack): Falls das verwendete Theme noch keinen Facebook Like- oder Twitter-Button integriert hat, sollte man sich noch ein Plugin installieren, das diese Buttons unter dem Post hinzufügt. Die Buttons helfen ungemein bei der Verbreitung des Blogs - schließlich will man ja auch, dass die eigenen Beiträge genügend Leser finden. 

3. Widgets

Neben Plugins und Themes gibt es noch einen dritten Punkt, wie man seinen WordPress-Blog ein wenig aufpeppen kann. Widgets sind Bausteine aus denen man sich zum Beispiel seine Seitenleiste im Blog zusammenbauen kann. Die Platzierung der Widget-Sektionen kommt ganz auf das Theme an - meistens handelt es sich dabei um die Sidebar. Unter “Design” -> “Widgets” kann man diese ganz nach den eigenen Wünschen mit Widgets ausrüsten. Dazu einfach ein Widget von der Mitte auswählen und via Drag & Drop in den gewünschten Bereich ziehen.

Nach dem Hinzufügen können bei dem Widget noch ein paar Änderungen gemacht werden. Am besten einfach selbst herumspielen. Mit dem Widget “Text” kann man übrigens alle möglichen HTML-Codes in die Sidebar einfügen. Auch eine Facebook Like-Box wie in unserer Sidebar lässt sich auf diese Art integrieren.

 

Los gehts …

Wenn man diese drei Punkte beachtet, hat man schon eine wunderbare Ausgangsbasis für seinen eigenen Blog. Jetzt heißt es in die Tasten zu hauen und den Blog mit Inhalt zu füllen. Viel Spaß und Erfolg. Wir würden uns freuen, wenn ihr über eure First Steps mit WordPress berichtet und eure Erfahrungen oder Meinungen zu den Punkten mit uns teilt.